Abhängigkeit von Gott

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Die Ab­hängigkeit in ihrem Gegensatze zur Überhebung und Selbstvergötterung des Menschen, wie derselbe im Gefühl der Beschränktheit der menschlichen Kräfte wurzelt, ist eine die Bibel durch­ziehende Grundidee ihrer Lehren und Institutionen. Den Männern der vorsi­naitischen Epoche ist er der Verkünder der Lehren eines religiös sittlichen Le­bens. Er erfüllt Abraham mit Vertrauen auf die ihm gewordene göttliche Ver­heißung, stärkt Eliesar, seinen Knecht, in der geschickten Vollziehung seines Auftrages, offenbart Jakob im Bilde ei­ner Leiter von der Erde bis zum Him­mel den über den Verlassenen in Liebe wachenden Gott, zwingt die Söhne Ja­kobs zum Geständnis ihres Vergehens des Verkaufs Josephs, ihres Bruders, lehrt Joseph diese Tat als eine göttliche Fügung zu betrachten und dieselbe sei­nen Brüdern zu verzeihen, zeigt Mose in der Gestalt eines brennenden Dorn­busches den zur Erlösung seines ge­knechteten Volkes existierenden Gott, veranlasst Pharao zur Einsicht sei­ner Ohnmacht usw. Im Gesetze ist die Hinweisung auf die Abhängigkeit von Gott die Mahnstimme zur treuen Er­füllung desselben. Die Gebote der Nächsten- und Fremdenliebe, der Wohltätigkeit an Armen und Hilflosen, der Unterdrückung jeder stolzen Erhe­bung usw. schließen mit der Mahnung, des Wechsels der menschlichen Ver­hältnisse durch Gott eingedenkt zu sein: »Ihr selbst waret Fremde im Lande Ägypten«; »Wenn er zu mir auf­schreit, ich höre ihn, denn gnädig bin ich. Es werden eure Frauen zu Witwen, eure Kinder zu Waisen.« Schön ist der Abhängigkeitsglaube mit seiner sittlich veredelnden Bedeutsamkeit in den Aus­sprüchen gezeichnet: »Nicht ihr habt mich hierher geschickt, sondern Gott« (i. M. 45. 5. 1); »Ihr habt über mich Böse gedacht, aber Gott hat Gutes be­schlossen« (Das. 50. 2o); »wozu ver­wünschen, so Gott nicht verwünscht! Wozu schelten, so Gott nicht schilt!« (4. M 23. 8-13 ); »Nur das, was der Ewige in meinen Mund legt, das beob­achte ich zu reden« (Das.); »Wer gab dem Menschen den Mund? Oder wer machte ihn stumm, taub, sehend oder blind, bin ich es nicht, der Ewige?« (2. M. 4. i 1); »Wie wird einer Tausende und zwei Zehntausende in die Flucht jagen, wenn der Ewige sie nicht ver­kauft hätte?« (5. M. 32. 40); »Sehet, dass ich, ich es bin, ich töte und belebe, verwunde und heile.« (Das. V. 39. 40) Als Beweise dieses Abhängigkeitsglau­bens gelten in den prophetischen Schriftstücken, nächst der Hinweisung

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