Pirke Abot – Sprüche der Väter »

28. Januar 2011 – 20:42 | Kommentare deaktiviert

DIE GOTTESLEHRE – IHR URSPRUNG UND IHRE GESCHICHTE
MOSES EMPFING DIE THORA, DIE
Gotteslehre, am Berge Sinai (in einer schriftlichen und mündlichen Gestalt. Die schriftliche Lehre enthielt die nach ihm ge­nannten fünf Bücher. In der mündlichen Lehre, …

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Namensänderung

Eingereicht on 26. Dezember 2011 – 19:59No Comment

Die Änderung des Namens, die Erteilung eines ande­ren Namens, der den früheren ganz verdrängte oder neben ihm geführt wurde, war auch im biblischen Altertum eine Sitte, die oft vorkam. Bei Ge­legenheit merkwürdiger Begebenheiten, wie z. B. bei Regierungsantritten, Über­nahme einer neuen Aufgabe, Berufung zur neuen Lebensstellung, auch beim Eintritt in den Dienste bei andren, ferner als Auszeichnung und Ausdruck der Liebe und Gunst usw. wurde den Betreffenden ein neuer Name erteilt, der ihn an seine neue Stellung erinnern und ihm die Wichtigkeit seines neuen Dienstes und seiner Lebensaufgabe vergegenwärtigen sollte. Solche Na­mensänderungen fanden statt bei Ab­raham und Sara, als sie durch den Ein­tritt in den Gottesbund zu einer neuen Lebensstellung berufen wurden; Jakob nach seinem siegreichen Kampf mit Gotteswesen, »Israel« (»Kämpfer mit Gotteswesen«); bei Joseph durch Pha­rao nach seiner Traumdeutung als »Zaphnath Paaneach« (Enthüller des Verborgenen); Josua durch Mose, als er ihn an der Spitze der Kundschafter nach Kanaan sandte; der König Sa­lomo durch den Propheten Nathan als: Jedidja (Gottlieb); der König Eljakim durch Pharao als »Jojakim« (Gottbe­stellt) u. a. m. Wir erkennen in diesen Namen die Benennung des Menschen nach seinem Verdienste, die ihn in sei­ner geistigen Wiedergeburt bezeichnet. In der nachbiblischen Zeit haben sich die Juden, wie wir in dem Artikel »Na­men« nachgewiesen, die hebräischen Namen unter der griechisch-syrischen Herrschaft in griechische Namen, spä­ter auch in lateinische umgeändert. Die Mystik (s. Mystik) in der talmudischen Zeit (im 2. Jahrh. n.) betrachtet die Namensänderung als Symbol der Än­derung der menschlichen Gesinnung und Handlung. R. Jizchak tut den Aus­spruch: »Vier Gegenstände vernichten  das böse Verhängnis über den Men­schen: Gebet, Almosenverteilung, Än­derung des Namens und Änderung der Handlungsweise.. Den Grund hierzu geben die späteren Kommentatoren an: »Wer seinen Namen ändert«, sage sich: »Indem ich meinen früheren Namen ablege, lege ich auch meine früheren Sünden und Schwächen ab. Mit der Annahme eines anderen Namens will ich auch ein anderer Mensch werden. « In Bezug auf diesen Ausspruch und nach dessen angegebenem Sinne wurde es später Brauch, wenn man für die Genesung schwer Erkrankter betete, dass man auch deren Namen änderte, eine Kundgebung, dass der Kranke mit der Annahme eines anderen Namens auch ein anderer, besserer Mensch zu sein gelobe. Auch die Halacha nahm Notiz von dieser Namensänderung und normiert, dass der neue Name der Hauptname sei, der in schriftlichen Ur­kunden genannt werden muss.

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