Nahrung
Nahrung, auch: Speise. Wir haben über dieses Thema in dem jüdischen Schrifttum eine Fülle von Angaben und Schilderungen, die uns über den Lebensunterhalt und dessen Erwerb bei den Israeliten von den ältesten Zeiten bis zum Schluss des Talmud (gegen 500 n.) Auskunft erteilen. Ein Interesse dürfte diese Arbeit heute noch haben, weil sie uns die Diätetik unserer Alten vorführt, die zur Lösung der Frage von dem hohen Lebensalter und der gesunden und kräftigen Leibesbeschaffenheit unserer Ahnen manche Winke gibt. Mögen dieselben ihre wohlverdiente Beachtung bei uns finden.
I. Nahrungsmittel und deren Zubereitung. Die Nahrungsmittel sind von vegetabilischen und animalischen Stoffen.
A. Die vegetabilischen Nahrungsmittel waren die älteren, verbreitetes-ten und allgemeineren, die aller Volksschichten. Es gehörten hierher:
a. die verschiedenen Getreidearten: Weizen, Gerste, Spelt, Hirse, Bohnen, Linsen, Hafer, Roggen, Reis, Mais, Erbsen u. a. m. Von diesen wurden mehrere Arten in den Ähren am Feuer geröstet und besonders in der Erntezeit gegessen; sonst wurden sie zu Mehl gemahlen, aus dem man Brot, Kuchen und andere Speisen buck.
a) »Brot«. Der hebräische Name für Brot, »Lechem«, bedeutet auch »Mahl«, Brot war daher gewöhnlich zur täglichen Speise. Dasselbe wurde aus Weizen- und Gerstenmehl bereitet. Gerstenbrot wurde von der ärmeren Klasse gegessen. Ein Mann aus Baalschelischa überreichte dem Propheten zwanzig Gerstenbrote für seine Jünger; auch die des Ehebruchs verdächtige Frau sollte Gerstenbrote zu ihrem Opfer bringen. Doch wurde auch Brot aus Hirse und Spelt bereitet, welches die gröbste Backart war.
b) Der Kuchen, von dem mehrere Arten genannt werden: 1. Der Kohlenoder Aschenkuchen, von dem der Prophet Elia auf seiner Flucht vor Isebel mehrere erhielt. Dieselben waren aus Weizenmehl, doch auch in Teuerungszeiten aus Gerstenmehl. Sein Name rührt davon her, weil er, nachdem er gekrustet war, mit glühender Asche oder Sand bedeckt wurde. Es war die niedrigste Kuchenart. 2. der Pfannkuchen, der auf der Pfanne, in Öl gebackene. 3. Blechkuchen, den man auf dem Blech buk und zuvor dessen Teig in Öl knetete. Nachdem derselbe gebacken war, wurde er in Stücke gebrochen und mit Öl übergossen; beide letztere Arten wurden zu Speiseopfern verwendet. 4. Herzkuchen, ein blätter-
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