Messias – Maschiach

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Die Lehren über den Mes­sias in dem jüdischen Schrifttume der nachbiblischen Zeit, den Messiasglau­ben und die Messiashoffnungen des jüdischen Volkes während seines zwei­ten Staatslebens und fünf Jahrhunderte nach demselben. Bevor wir jedoch an die Darstellung dieser Messiaslehren gehen, glauben wir zum klareren Ver­ständnis derselben Folgendes voraus­schicken zu müssen. Der Messiasglaube hatte im nachbiblischen Judentume zwei Gestalten, eine national-politische oder rationale und eine religiös-mysti­sche, die in den zwei Hauptrichtungen desselben, der mystischen und der rati­onalen, Verstandesrichtung, wurzelten. Zur ersteren gehörten die Chassidäer, wie sie sich in der makkabäischen Zeit zu einer Partei herausbildeten und spä­ter einen beträchtlichen Teil der Volks-und Gesetzeslehrer zu ihren Anhängern zählten; ferner die von ihnen sich ab­zweigenden Essäer. Die Zweite hatte zu ihren Vertretern die Hasmonäer, die Hellenisten, die Sadducäer und die an­gesehensten Volks- und Gesetzeslehrer. Die national-politische Gestalt in dem Messiasglauben ist die ältere, die rein biblische; sie hat die Weissagung der Propheten zu ihrer Grundlage und stellte die Erlösung Israels, die Samm­lung der zerstreuten Volksreste, die Wiederherstellung des jüdischen Rei­ches, die Erbauung des Tempels und die Wiederaufrichtung des davidischen Thrones mit einem König aus davidi­schem Hause in Palästina als ihre Hauptpunkte auf. Dagegen ist die reli­giös-mystische eine spätere, die ihre Entstehung in den Protesten der Chas­sidäer gegen das Vorgehen der Hasmo­näer in ihrer Bemächtigung des davidi-schen Thrones und der Annahme eines Fürsten- und Königstitels hat. I. Name, Bedeutung und Bezeich­nung. Schon in den Angaben über die Namen und die Bezeichnungen des Messias weichen die Mystiker von den Lehrern der Verstandesrichtung bedeu­tend ab, die uns wegen ihres Gegensat­zes auffallen. In des Weissagungen der Propheten heißt der vom Volke sehn­lichst erwartete Davide in Bezug auf seine Würde, Hoheit und Eigenschaf­ten »Gesalbter«, Maschiach, Messias, Gottgesalbter; Messias des Ewigen; König; Herrscher; Gerechter; Helfer; unser Gottgerechter; Wundervoller; Rat; Gottheld; Vater der Beute; Frie­densfürst; dagegen in Betracht seiner Abstammung: David; Bethlehemite; Spross; gerechter Spross u.a.m. Benen­nungen, die ihn durchaus nicht als ein übernatürliches Wesen, sondern als ei­nen Helden aus dem Hause Davids mit gewaltiger Geistesmacht und religiös‑

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