Kleidung – die Kleider in der talmudischen Zeit
Kleidung, die Kleider in der talmudischen Zeit.
I. Allgemeines.
Über das Anschaffen und Halten von Kleidern hat das talmudische Schrifttum folgende Lehren: »Die Zierde Gottes sind die Menschen und die Zierde des Menschen ist seine Kleidung«; »Über deine Verhältnisse kleide dich, nach deinen Verhältnissen genieße«, oder wörtlich: »Mehr auf dich, Gleiches in dich!. Einem anderen schien diese Lehre weniger realisierbar; er stellte daher den milderen Satz auf: »Immer genieße der Mensch unter seinen Verhältnissen, dagegen kleide er sich nach denselben.« Doch gab es auch welche, die da lehrten: »Nach deinem Vermögen speise, unter demselben kleide dich und über dasselbe wohne.« Solche Aussprüche sollten als keine absoluten Normen gelten, sondern nach Zeit und Verhältnissen zur Verwirklichung kommen. In diesem Sinne mahnten noch(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich) andere Sprüche: »In meiner Stadt ist es mein Name, außerhalb derselben mein Gewand, das mir Ehre verschafft!. Dagegen hatte man gegen eine Frau, die bei zerrissenen Kleidern Putzsachen trug, den spöttischen Ruf: »Nackt und doch beschuht! « Um nicht über seine Verhältnisse bei seinen Kleidern zu gehen, sprach man: »Einen Schuh, größer als mein Fuß, trage ich nicht.« Es galt daher als stehende Regel: »Zweierlei Kleidung halte man sich, eine für die Wochentage, die andre für Shabbath und Fest.« »Dein Gewand am Shabbath sei nicht das des Wochentages.. Diese Norm sollte in allen Verhältnissen, auch von den Ärmsten zur Ausführung kommen. R. Simlai, ein Lehrer des dritten Jahrhunderts, empfahl in einem Vortrage die Beachtung dieser Regel, da riefen ihm schluchzend die Ärmeren entgegen: “Meister, wir haben nur eine Hülle für Shabbath und Wochentag!« »Trotzdem«, entgegnete er ihnen, »könnet ihr dieser Pflicht nachkommen; ändert wenigstens die Art der Umhüllung! « Diese Sitte lebte sich so sehr ein, dass es allgemein hieß: »Gute Gewänder für den Shabbath! « Von der Farbe der Shabbath- und Festkleider wird die weiße für das Neujahrsfest angegeben. Eingehender ist die Aufstellung von Lehren für die Kleidung der verschiedenen Stände und Klassen.
a. Für die Familie. Die Frau hatte bei der Anschaffung von Kleidern den Vorzug vor dem Manne. Zur Anfertigung von Hochzeitsgewändern und sonstiger Ausstattung wurde ein Jahr bestimmt. Dem Manne wurde es zur Pflicht gemacht, für die Anschaffung wenigstens eines Gurtes, einer Kopfbedeckung, von drei paar Schuhen für die drei Hauptfeste und anderer Kleider im Minimalwerte von 5o Sus jährlich zu sorgen. Außerdem war es üblich, die Frau durch Festgeschenke, die meist in Kleidern bestanden, zu erfreuen. Von solchen Kleidern galten die golddurchwirkten als Zeichen des Stolzes; nur Brautpaare trugen prächtige Kronen, später traten an deren Stelle die von Rosen und Myrthen. Die Kleider der Frauen hatten lange Schleppen. Dieselben wurden, um sie wohlriechend zu machen, mit Parfüm begossen. Außerdem gehörte zum Putz der Frau fremdes Haar, das gekauft wurde. Auch silberne und goldene Zähne ersetzten die natürlichen, wenn sie fehlten. Man färbte graues Haar schwarz, um jung zu erscheinen, aber auch schwarzes Haar weiß, um alt auszusehen. Sogar vom Ersetzen der Augen durch goldene wird gesprochen. Fächer zur Abkühlung werden erwähnt, doch auch bei Männern üblich.
b. Handwerker und Geschäftsleute. An den Kleidern erkannte man den Handwerker und den Kaufmann; den Schreiber an der Feder unter seinem Ohre; den Schneider an der Nadel in seinem Gewande. So trug der Zimmermann einen Span, der Geldwechsler eine Münze, der Weber und Hechler einen Wollstreifen, der Schnellläufer
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