Jehuda der Fürst
Jehuda der Fürst, oder Juda I., auch nur: Rabbi, Lehrer, später: Rabbenu Hakadosch, Unser Lehrer, der Heilige. Gesetzeslehrer und Patriarch, Sohn des Patriarchen R. Simon b. Gamliel II. (geboren im Jahre 137, gestorben 194 n.)
I. Geburt, Name, Ausbildung, Lehrer, Schulen, Kollegen, Zeitgenossen, Kenntnisse und Eigenschaften. Seine Geburt fällt in die Zeit der grausamen Religionsverfolgungs-edikte Hadrians, die auf die Besiegung des barkochbaischen Aufstandes gefolgt waren; er soll am Tage der Hinrichtung Akibas (137 n.) geboren sein. Das gedrückte Volk sah in diesem sonderbaren Zusammentreffen ein freudiges Zeichen der Unvernichtbarkeit Israels Herrlichkeit, und die Lehrer preisen noch in späterer Zeit die so sich damals wunderbar gezeigte Vorsehung Gottes; sie betrachteten die Geburt des jungen Patriarchen am Todestage ihres großen Meisters R. Akiba als ein Ereignis, worauf sie den Spruch in Koheleth 1. 2. »Die Sonne strahlt auf, die Sonne geht unter« bezogen. Die Eltern, so sehr sie sich auch über seine Geburt freuten, waren nicht wenig über die Vollziehung des Aktes der Beschneidung an ihm verlegen; dieselbe war in den hadrianischen Verfolgungsedikten mit der Todesstrafe belegt. Sie vollzogen ihn trotzdem, aber die Sache kam zur Anzeige, und der römische Prokurator sandte die Mutter mit dem Kinde nach Rom. Hier war bereits Antonius Pius seit 138 v. auf dem Throne, dessen Frau, die Kaiserin, deren Beistand aufgesucht wurde, sich der Sache annahm und beim Kaiser mit der Freiheit der Mutter auch die Aufhebung der hadrianischen Verfolgungsedikte bewirkte. Nach einem anderen Bericht war es der Gesetzeslehrer R. Juda ben Schemua, der mit vielen Andren, auf den Rat einer vornehmen Römerin, um die Aufhebung jener hadrianischen Edikte bei der römischen Behörde unter dem Kaiser Antonius Pius baten und sie auch erlangten. Er erhielt von seinen Eltern den Namen »Jehuda«, eine Benennung, die bis auf ihn in der Patriarchenfamilie von Hillel ab nicht vorkommt. Wichtiger als dieser Name der Geburt war der seiner Verdienste. Er wurde nach dem Beginn seiner Lehrtätigkeit nicht anders als »Lehrer« Rabbi, oder »Unser Lehrer«, auch »Unser Lehrer der Heilige« genannt. Letzterer natürlicher nur in seiner Abwesenheit, aber auch schon bei seinem Leben. Es spricht sich darin eine Würdigung aus, die keinem andren Lehrer zuteil geworden. In Bezug auf seine Patriarchen‑
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