Halacha – Satzung – Führung – Norm – Gesetz – Halachoth

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Halacha, Satzung, Führung, Norm, Gesetz; pl. Halachoth: Satzung;

I. Name und Bedeutung. »Halacha« ist ein neuhebräisches, von dem Stamm »gehen« gebildetes Wort, das »Füh­rung«, »Satzung«, das im Leben zur Geltung kommende Gesetz, die Le­bensnorm bedeutet. So spricht man von »Normen der Weltsitte«, »Nor­men der Landessitte«, und ebenso heißt es oft: »Er sah die Führung, und erin­nerte sich der Halacha.« (Sanhedrin 82 b) Man versteht darunter sämtliche Satzungen des schriftlichen und münd­lichen Gesetzes, wie sie in dem Schrift­tume der Mischna, der Mechilta, Si­phra, Siphri, der Tosephta und der beiden Talmude ihre Darstellung ge­funden. In aramäischem Dialekt, der Landessprache der Juden in Palästina, heißt »Halacha« Hilchata (Sukka 38. Berachoth 31). Wollte man die Ha­lacha als Tradition oder im Sinne von Tradition bezeichnen, so gebrauchte man dafür die Namen: »Gehörtes«, »Vernommenes« oder »nach dem Ver­nommenen«. Ferner: »Empfangenes«, »Tradiertes«, u. a.m. Fragen wir nach dem Alter des Gebrauches dieses Aus­druckes als Bezeichnung des Gesamt­gesetzes, so werden wir ihn vergebens in den Aussprüchen und Verordnungen der Sopherim suchen; er kommt zuerst in den Gesetzesforschungen des Leh­rers Hillel I. ( 100 J. vor der Zerst. des Tempels) vor. Die Gesetzeslehrer von da ab führen den Namen: »Lehrer der Halacha«, Tanaim. Es hängt dies mit der Geschichte des Gesamtgesetzes in seiner schriftlichen und mündlichen Fassung zusammen, wie es sich aus: 1) den im Pentateuch vorkommenden Ge- und Verboten; 2) den mündlich tradierten Bestimmungen, den Anga­ben über die Ausführung des schrift­lichen Gesetzes; 3) den aus der Schrift durch Erklärung hergeleiteten Nor­men; 4) dem im Volksleben hervortre­tenden Usus, als aus dessen Sitten und Gebräuchen und aus den späteren An­ordnungen der Sopherim und der Ge­setzeslehrer, Tanaim, entwickelt hat. Das aus diesen fünf Klassen sich ent­wickelte und bestehende Gesamtgesetz heißt »Halacha«, das wieder, je nach seiner eine Klasse desselben extra be­zeichnet wird, verschiedene Neben­benennungen bei sich hat. So heißen: 1) das Pentateuchgesetz: »Eigentliche Halachoth«, eine Bezeichnung, die oft mit »Wirkliche Thora« (wirkliches Ge­setz) abwechselt; 2) die tradierten Ur­bestimmungen: »mosaisch sinaitische Halachoth«, 3) die aus der Schrift her­geleiteten Gesetze: »Halacha«, mit der näheren Angabe über ihre Zeit als z. B. »Alte Halachoth«, »Frühere Hala­choth«, »Spätere Halachoth« u. a. m.; 4) die im Volksleben wurzelnden Sitten

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