Talmud – Das Schulwesen
a) Die Grundschule
„Rab Jehuda sagte im Namen Rabs: Fürwahr, bewahre Jehoschua ben Ga-mala ein gutes Andenken. Wäre nicht er gewesen, wäre die Tora in Israel in Vergessenheit geraten. Früher lernte jemand, der noch einen Vater hatte, von diesem Tora; wer keinen Vater hatte, lernte nicht Tora. ,Ihr sollt sie lehren` (Dtn 11,19) legte man so aus: ihr selbst sollt sie lehren. Dann bestimmte man die Anstellung von Kinderlehrern in Jerusalem aufgrund der Bibelstelle: ,Von Zion kommt die Tora` (Jes 2, 3). Und noch immer verhielt es sich so: Wer einen Vater hatte, wurde von diesem zum Unterricht [nach Jerusalem] gebracht. Wer keinen Vater mehr hatte, den brachte auch niemand zum Unterricht. Da beschloß man, in jedem Bezirk [Lehrer] einzusetzen, und man brachte ihnen [die Jugendlichen] im Alter von sechzehn oder siebzehn Jahren. Wenn nun der Lehrer sich über einen Schüler ärgerte, rebellierte dieser und lief davon. Schließlich kam Jehoschua ben Gamala und ordnete die Anstellung von Kinderlehrern in jedem Bezirk und in jeder Stadt m, und man brachte ihnen die Kinder im Alter von sechs oder sieben Jahren” (Baba Batra 21 a).
In biblischer Zeit gab es ein organisiertes Schulwesen sicher nur am Hof und am Tempel für die Ausbildung von Beamten und Priestern. Die Pflicht, seine Söhne die Grundelemente dm religiösen Bildung zu lehren, hatte jeder Vater persönlich (Dtn 11, 19). Doch war dm Vater natürlich sehr oft seiner Aufgabe als Lehrer seiner Söhne nicht gewachsen, konnte aber auch gewöhnlich keinen Hauslehrer bezahlen. So gab es im Judentum, dessen Religiosität so sehr auf dm Buch der Bibel ausgerichtet und in dem dm Lernen direkt religiöse Pflicht war, schon bald die Notwendigkeit, ein öffentliches Schulwesen einzurichten. Nach einer talmudischen Erzählung ist dies Simeon ben Scherach zuzuschreiben. Das würde gut zur Situation unter Salome Alexandra (76-67 v. Chr.) und dem damaligen Einfluß der Pharisäer passen (jKetubbot VIII, 11, 32 c). Dm zuvor zitierte Text Baba Batra 21a hingegen schreibt das Verdienst, Schulen allerorts und schon für die kleinen Kinder eingerichtet zu haben, Jehoschua ben Gamala zu; dieser war in den letzten Jahren vor dem großen Aufstand gegen Rom Hoherpriester. Zwar kann man annehmen, dell in den schwierigen Jahren vor dem Aufstand ein so umfassender Ausbau des Schulwesens kaum durchführbar war. Andererseits sind die rabbinischen Texte im allgemeinen den Hohenpriestern gegenüber ziemlich negativ einge‑
| (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich) |
Users who found this page were searching for:
- ujdavidhaza
- Einführung in den Talmud
- mundliche tora
- ujdavidhaza.raab yehuda vater name
- バトラ タルムード
- 18 Regeln Schammai
- zaun tora
- jehoschua
- größe des talmud
- ujdavidhaza.

