Pirke Abot – Sprüche der Väter »

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DIE GOTTESLEHRE – IHR URSPRUNG UND IHRE GESCHICHTE
MOSES EMPFING DIE THORA, DIE
Gotteslehre, am Berge Sinai (in einer schriftlichen und mündlichen Gestalt. Die schriftliche Lehre enthielt die nach ihm ge­nannten fünf Bücher. In der mündlichen Lehre, …

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Bußmahnungen

Eingereicht on 8. Oktober 2010 – 05:19No Comment

Bußmahnungen, Bußreden. Mah­nungen zur Buße durchziehen die ganze Bibel, sie bilden den Kern ihrer sittli­chen Ideen und Lehren. Fast jede Straf­androhung in Folge der Sünde schließt mit Bußmahnungen, an welche die Heilsverkündigungen, die Verheißun­gen der Wiedererhebung des Sünders, geknüpft werden. Eine der schönsten Bußreden dieser Art haben wir in 5. M. 3o, die sich der Strafverkündigung des Exils auf Abfall und Götzendienst eng anschließt. Wir bringen von derselben: »Wenn über dich alle diese Worte des Segens und Fluches kommen — und du zum Ewigen, deinem Gotte zurück­kehrst, wieder hörst auf seine Stimme mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele. Der Ewige dein Gott nimmt sich deiner Gefangenschaft an, er erbarmt sich deiner, sammelt dich wieder von allen Völkern, wohin dich der Ewige dein Gott zerstreut hat.« Solche Bußmahnungen werden im Ge­setz jedem Israeliten zur Pflicht ge­macht. Über den Grund dieser Pflicht hat Ezechiel 3. i5 — z z die bedeutungs­vollen Worte: »So wir es verabsäumen und indessen der Sünder in seiner Schuld stirbt, ohne dass er vor den Fol­gen seines Wandels gewarnt wurde, sein Blut wird von uns gefordert, aber wenn wir unsere Bußmahnung an ihn gerichtet, und der Frevler dennoch in seinem Frevel beharrt und in ihm stirbt, so haben wir doch unser Leben geret­tet.« Wie wichtig solche Mahnungen waren, ersehen wir aus dem Schluss des Bußpsalms: »Ich werde Abtrünni­gen deine Wege lehren und die Sünder kehren zu dir zurück.« Der Talmud hat mehrere Bußreden, die man bei ver­schiedenen Anlässen, besonders bei dem wegen Regenmangels veranstalte­ten öffentlichen Gottesdienste zu hal­ten pflegte. So lautet die eine: »Meine Brüder! Es heißt nicht von den zu Ninive in Buße zu Gott Zurückkehren­den: >Gott sah ihren Sack und ihr Fas­ten<, sondern: >Gott sah ihre Taten, sie wichen von ihren bösen Wegen ab<, und wie dort, so mahnt auch der Pro­phet: »Zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider und kehret zum Ewigen zurück usw.« Eine andere schließt: »Meine Brüder! Erbarmt euch einan­der, übet unter euch Werke der Barm­herzigkeit, damit Gott sich auch unser erbarme.« R. Chanina, ein Amora des 3. Jahrh. zu Sephoris, lud auf Wunsch seiner Gemeinde den R. Josua ben Levi aus Lydda, der im Rufe großer Fröm­migkeit stand, zu einem solchen Got­tesdienste ein. Beide vereinigten sich zum Gebet um Regen und als derselbe nicht eintraf, sprach ersterer: »Wisset, meine Brüder, nicht R. Josua b. L. bringt den Leuten im Süden den Regen, nicht Chanina hält ihn in Sephoris zu­rück, sondern jene sind weichen Her­zens, sie hören die Worte der Lehre und demütigen sich, aber die Bewoh­ner Sephoris sind hartherzig und wer­den durch die Mahnungen der Lehre nicht demütig.« Diesen reihen wir die in der Mischna erwähnte Mahnrede des Hohenpriesters an die des Ehe­bruchs verdächtige und zum Trinken des Fluchwassers verurteilte Frau. »Höre, was die Weisen sagen und die Väter nicht verschweigen. Juda be­kannte seine Sünde, er schämte sich nicht und erlangte dadurch das jensei­tige Leben; Reuben sündigte, er be­kannte seine Schuld und rettete sein

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